Expertenbeitrag Active Sourcing 

Active Sourcing - wie funktioniert das eigentlich bei anderen Unternehmen? Und warum machen die das? Fragen, die mich immer brennend interessiert haben daher habe ich eine Serie gestartet, getreu nach dem Motto "Lass die anderen sprechen". Mit an Bord eine Talent Sourcerin der Firma TenneT. Feuer freu für Trixi Köhler!

Bild beinhaltet Beschriftung Trixi Köhler Talent Acquisition and Sourcing bei der Firma TenneT

Ich bin Trixi, 34 Jahre jung und wohne seit Ende April diesen Jahres im schönen Bayreuth. Als gebürtige Sächsin bin ich nahe des Erzgebirges aufgewachsen und schon seit klein auf Winter- und Schneebegeistert. Gleichzeitig liebe ich Herausforderungen und Neues zu wagen, sei es das Erlernen der Gebärdensprache oder Ende des Jahres ein HYROX mitzulaufen.


Auch beruflich ist es mir wichtig nicht stehen zu bleiben. Bereits 2019 begann meine Reise im Talent Sourcering bei der Deutschen Bahn (Grüße gehen raus!) – damals haben wir für unser internationales Trainee Programm das ein oder andere Talent über XING kontaktiert. Festigen konnte ich meine Skills dann vor allem ab der Corona-Zeit in verschiedenen Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Seit Mai bin ich ein fester Teil des Talent Acquisition Teams der TenneT in Deutschland und habe hier die Ehre das Talent Sourcering aufzubauen und fest zu integrieren

 


Warum macht Ihr Active Sourcing?


TenneT betreibt eines der größten Stromübertragungsnetzte in Europa und kümmert sich darum, dass alles rund läuft, egal ob bei Wind und Wetter.. Wir sorgen also dafür, dass der Strom in Deutschland zuverlässig von A nach B fließt und setzen uns für eine nachhaltige Energiezukunft ein.


Und damit das alles reibungslos so funktioniert, benötigen wir Fachexperten vom Referenten, über den Bauingenieur bis hin zum Elektromeister. Jeder einzelne von ihnen sorgt dafür, dass alle „rund läuft“ und wir keinen Blackout haben. Nur leider holt auch uns der Mangel an Fachkräften immer mehr ein. Gleichzeitig ist vielen Menschen TenneT als Arbeitgeber wenig bekannt, weswegen beschlossen wurde neben dem Employer Branding (was immer mehr Fahrt aufnimmt) auch ins Active Sourcing zu investieren, um so unsere Stellen schnell und auch mit den richtigen Personen zu besetzen.


Was war Dein größter Erfolg im Active Sourcing?


Bei TenneT tatsächlich die Schaffung eines schnellen Verständnisses für dieses Thema. Was zu Beginn noch mit Skepsis und Vorsicht betrachtet wurde, hat mittlerweile bei vielen Fachbereichen großes Interesse geweckt. Mir war von Anfang an eine klare Kommunikation der „Spielregeln“ wichtig und was soll ich sagen:


Es funktioniert! 😊 Es ist super schön zu sehen, wie dankbar die Hiring Manager sind und wie gut es doch funktionieren kann, wenn man in einem Team spielt und nicht gegeneinander

Was sind die wichtigsten KPIs im Active Sourcing?


Wir haben drei KPIs die wir uns regelmäßig anschauen und versuchen uns stetig zu optimieren:

1.    Response Rate

2.    Conversation Rate

3.    Time to Source


Unser Fokus liegt vor allem darauf unsere Response Rate für die einzelnen Stellen bei 25% zu halten. Da wir es bei uns mit sehr vielen spezifischen Stellen zu tun haben und diese Personen eher rar auf dem Arbeitsmarkt sind, ist das teilweise eine echte Herausforderung. Dennoch liegen wir im Schnitt mit 36% doch gar nicht so schlecht. 😊


Mithilfe der Conversation Rate wollen schauen, wie effektiv unsere Strategie ist und wo es ggf. noch Optimierungspotenzial gibt. Wenn Kandidaten also nach dem ersten Call „abspringen“ ist es unsere Aufgabe zu eruieren woran dies lag und ob wir seitens TenneT hier entgegenwirken können (bspw. aufgrund des Gehaltes oder auch des Arbeitszeitmodells).


Bei der Time to Source sehen wir, wie effizient wir unterwegs sind. Nimmt die Zeitspanne zu, müssen wir natürlich analysieren, wo die Schwachstellen sind, wie wir unsere Sourcing Strategie optimieren und den Recruitingprozess beschleunigen können.


Bild beinhaltet Zitat

XING oder LinkedIn?


Aktuell läuft bei mir viel über LinkedIn, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass gewissen Berufsgruppen eher auf XING als auf LinkedIn unterwegs sind. Ich hab mit beidem sehr gut Erfahrungen gemacht und nutze auch beides parallel bei meinen Suchen. Besonders bei XING ist das Suchen und Eingrenzen für mich selbsterklärender und mehr „on point“ als auf LinkedIn.


Was sind die No-Go's im Active Sourcing?


Bei mir gibt es zwei klare No Gos (neben dem Klassiker „Massenmail“):


1.    Texte kopieren von anderen Recruiter/Sourcern

2.    KI-generierte Texte unverändert nutzen


Seit selbst kreativ! Nutzt KI um Textideen zu generieren, aber bringt eure eigene Sprache mit ein und seit authentisch. Ein eine Prise Humor oder vielleicht auch mal Sarkasmus kann nicht stören, solang es zu euch und dem Unternehmen passt. Und noch eine Bitte: Meidet Begrifflichkeiten wie Rockstar, Ninja, Superman, leidenschaftlich und „junges, dynamisches Team“ – Diese Begrifflichkeiten und Phrasen sind nicht un unoriginell sondern auch oft übertrieben.